Digital Promise-Studie: Einmalige KI-Workshops fördern pädagogisches Urteilsvermögen von Lehrkräften nicht

Untersuchungen von Digital Promise und D2L zeigen, dass einmalige Workshops Lehrkräfte nicht auf die KI-Integration vorbereiten und es für fundiertes pädagogisches Urteilsvermögen kontinuierliche, praxisnahe Unterstützung im Kollegium braucht.
Klassische, einmalige Fortbildungsworkshops reichen nicht aus, um Lehrkräfte auf die Integration künstlicher Intelligenz in den Unterricht vorzubereiten. Das zeigt eine Praxis-Forschungspartnerschaft von Digital Promise mit Unterstützung des EdTech-Anbieters D2L. Während Schulbehörden häufig isolierte Schulungen zu Programmfunktionen, Datenschutz, Barrierefreiheit und Grundsätzen guter wissenschaftlicher Praxis anbieten, ergab die Studie, dass Lehrkräfte KI nur dann didaktisch sinnvoll einsetzen, wenn Fortbildungen unmittelbar an konkreten Aufgaben ansetzen – von den Teilnehmenden als Momente des akuten Bedarfs („I-need-it“) beschrieben.
Die Untersuchung, die analysierte, wie Lehrkräfte KI-Werkzeuge für den Lehrbetrieb nutzen, machte deutlich, dass die Vertrautheit mit Softwarefunktionen noch nicht zu einem effektiven Unterrichtsdesign führt. Lehrkräfte stehen vor kontextbezogenen didaktischen Entscheidungen, die in allgemeinen Schulungen unberücksichtigt bleiben – etwa bei der Frage, ob KI-Ergebnisse vertrauenswürdig sind, ob eine Aktivität den Lernerfolg fördert oder wie unterschiedliche Klassenstufen adressiert werden müssen. Die Ergebnisse belegen: Um ein fundiertes pädagogisches Urteilsvermögen im Umgang mit KI zu entwickeln, braucht es kontinuierlich Zeit zum Experimentieren, zur Überprüfung von Ergebnissen und zur kollegialen Zusammenarbeit an konkreten Aufgaben wie dem Unterrichtsentwurf oder der Überarbeitung von Prüfungsformaten.
Für südafrikanische Schulen und Bildungsministerien der Provinzen, die Initiativen zur digitalen Kompetenzförderung und zum Programmieren ausbauen, unterstreichen die Ergebnisse, dass zentralisierte Einzelschulungen am Computer die fortlaufende Unterstützung durch Fachkollegien vor Ort nicht ersetzen können, wenn komplexe Technologien nachhaltig im Unterrichtsalltag verankert werden sollen.
Quelle: eSchool News



