Grundschullehrkraft nutzt „Vibe Coding“ zur Entwicklung einer maßgeschneiderten KI-Lese-App

Eine internationale Grundschullehrkraft hat mithilfe von „Vibe Coding“ und großen Sprachmodellen erfolgreich ein personalisiertes Leseempfehlungssystem für das eigene Klassenzimmer entwickelt.
Eine internationale Grundschullehrkraft mit elf Jahren Berufserfahrung hat mithilfe von „Vibe Coding“ – der Praxis, Software durch die Beschreibung von Anforderungen in natürlicher Sprache an eine künstliche Intelligenz zu generieren – eine maßgeschneiderte, KI-gestützte Leseempfehlungs-App für die eigene Klasse entwickelt. Die im Mai 2025 initiierte und im November 2025 eingeführte Anwendung gleicht Schülerinnen und Schüler mit Büchern aus dem bestehenden, 10.000 Titel umfassenden Schulbibliothekskatalog ab. Die Lehrkraft nutzte Werkzeuge wie Microsoft Copilot und Claude von Anthropic auf einem zwölf Jahre alten Mac, um das System aufzubauen, das Bibliothekskataloge über CSV-Dateien einliest und sie anhand von Schülerprofilen mit Lesealter, Interessen und Lehrplanthemen analysiert.
Die entstandene Anwendung generiert für jedes Kind eine personalisierte Liste von etwa 50 priorisierten Buchempfehlungen. Zum Schutz der Privatsphäre sind Schülerprofile und Fortschrittsdaten – darunter gelesene Bücher, Rezensionen, gesammelte Punkte und Ergebnisse von Leseverständnis-Quizzen – ausschließlich Lehrkräften und dem Bibliothekspersonal zugänglich. Der Aufbau des Systems erforderte die Bewältigung technischer Herausforderungen wie die Verwaltung von API-Aufrufen für Buchcover-Bilder und das Wiederherstellen verloren gegangener Dateien; dabei merkte die Lehrkraft an, dass der Wechsel von Copilot zu Claude die Entwicklungszuverlässigkeit spürbar verbesserte.
Dieses Projekt verdeutlicht einen Paradigmenwechsel in der Bildungstechnologie: Pädagogische Fachkräfte ohne formalen Hintergrund in der Softwaretechnik können teure, starre proprietäre Software umgehen, indem sie passgenaue Werkzeuge selbst erstellen. Die rasante Weiterentwicklung von LLMs zwischen Ende 2025 und Mitte 2026 unterstreicht, wie die Programmierung in natürlicher Sprache die technischen Hürden bei der Softwareerstellung senkt. Für Schulen weist dies auf eine Zukunft hin, in der Software ohne gewaltige IT-Budgets stark lokalisiert und auf spezifische Unterrichtspläne zugeschnitten werden kann.
Für südafrikanische Schulen, die mit knappen Budgets und heterogenen Leseniveaus konfrontiert sind, zeigt dieser Ansatz, wie Lehrkräfte teure Softwarelizenzen umgehen können, um lokalisierte, auf den nationalen Lehrplan abgestimmte Lernhilfen zu entwickeln.
Quelle: EdSurge



